Marrakesch - Rote Stadt mit grüner Pracht

La Route, "die Rote", wird Marrakesch oft genannt. Doch hinter ihren ockerfarbenen Fassaden trägt die Stadt zu Füßen des Atlas auch vielerorts Grün. Fast jeder der inzwischen zu den Gästehäusern umgewidmeten Riads, die sich zu Hunderten in den Gassen um die Djemaa el Fna drängen, macht seinem Namen Ehre und besitzt einen kleinen, bepflanzten Innenhof - denn Riad bedeutet im Arabischen nichts anderes als Garten. Auch die einfacheren Häuser der Medina, Dar genannt, sind um einen schattigen, begrünten Patio gebaut.

Einzigartig innerhalb des Mauerrings von Marrakesch ist hingegen der Arsat Al Mamoun, einer jedner vier Gärten, die Mohammed Ben Abdella al-Khati, von 1757 bis 1790 Sultan von Marokko und Herrscher von Marrakesch, für seine 4 Sähne zu deren Hochzeit anlegen ließ. Ein prächtiger großer Pavillon schmückte das blühende Geschenk für den Prinzen. Nach seinem Abriss legte die marokkanische Eisenbahngesellschaft in den 20er Jahren auf dem Gelände den Grundstein für das luxuriöse Hotel La Mamounia.

Von fast allen Zimmern bietet sich ein herrlicher Blick auf den weitläufigen Garten mit seinen dutzend hohen Palmen und Kiefern, einem Bambuswäldchen und mehr als 350 teilweise jahrhunderte alte Olivenbäume. Hinzu kommen Rosen in allen Farben, Jaccaranda, Oleander, Kakteen- und Pomeranzen. Aus den bittersüßen Orangen stellt die Küche des Hotels Marmelade her. Den Gaumen des Gastes erfreuen zudem die Ernte von fast einem Dutzend Salatvarianten, Artischocken, Karotten sowie anderer Esspflanzen und Kräuter.

Mit dem Garten des Malers Jacques Majorelle sowie den zwei auf der Liste des Unesco-Welterbes stehenden Gärten Jardins de la Menara und Jardins d`Agdal rundet sich das Grün ab. Für Ende 2015 ist die Eröffnung des Paradiesgarten von André Heller geplant. Hier soll Kunst auf Natur treffen.